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Windows 10 Version 1809 ist wieder da

Anfang Oktober musste Microsoft das neueste Funktions-Upgrade für Windows 10 nach wenigen Tagen zurückziehen – zu schwerwiegend waren die Bugs.
Die Neuauflage ist nur halbwegs repariert.

Bei Version 1809 sollte die Qualität eigentlich passen, immerhin ist das die inzwischen siebte Version von Windows 10. Anfang Oktober hat Microsoft sie „Seekern“ aufs Auge gedrückt, also Anwendern, die in den Einstellungen nach Updates suchen. Doch ein paar Tage später war klar, dass sie hanebüchene Fehler enthält, die Betatester im „Insider“-Programm schon Monate zuvor gemeldet hatten. Man sah sich gezwungen, Version 1809 für rund fünf Wochen komplett zurückzuziehen, um die allerschlimmsten Probleme auszubügeln.


Das Ergebnis davon ist seit dem 13. November zu haben und trägt die Build-Nummer 17763.107. Setup-Medien dafür sind wie üblich per Media Creation Tool zu haben. Zudem soll das Upgrade auch wieder in Windows Update, WSUS und SCCM verfügbar sein. Geschäftskunden können Windows 10 Version 1809 sowie Windows Server 1809 und 2019 im Volume Licensing Service Center (VLSC) beziehen, Entwickler kommen über ein Visual-Studio-Abo dran (vormals MSDN).

Hässliche Fehler
Der bekannteste Bug führte zu Datenverlusten, wenn Anwender die Standardspeicherorte für Dokumente, Bilder und so weiter umgeleitet haben („Known Folder Redirection“, KFR). Andere Probleme betrafen Gruppenrichtlinien zum Entfernen alter Benutzerprofile, die zu früh in Kraft traten, sowie eine Inkonsistenz beim Entpacken mit dem integrierten Zip-Tool.

Diese sowie andere, meist weniger dramatische Fehler sind inzwischen behoben. In einem Schritt zu besserer Transparenz legt Microsoft nun offen, welche Probleme es mit Version 1809 noch gibt, und ob die automatische Verteilung deswegen ausgesetzt wurde.

Meist handelt es sich um Rechner mit derzeit noch inkompatiblen Programmen, die einen solchen „Upgrade Block“ bekommen. Upgrade Blocks sind übrigens nicht neu: Microsoft hielt schon in der Vergangenheit Funktions-Upgrades auf bestimmten Konfigurationen zurück, bis bekannte Probleme aus der Welt geschafft waren.

Die Liste der offenen Fehler zeigt: Nach wie vor stecken Bugs in Version 1809, etwa Probleme mit alten Radeon-Grafkchips der Serien HD2000 und HD4000, einigen Produkten von Trend Micro, Apples iCloud-Software sowie VPN-Clients von F5. Netzlaufwerke sind nach einem Neustart oft nicht mehr verbunden – dafür gibt es immerhin einen Workaround.

Nicht alle Fehler sind dokumentiert.
So ist die RDP-Unterstützung bei Redaktionsschluss noch kaputt: Oft sind Remote-Desktop-Sitzungen extrem zäh, frieren ein oder brechen dauernd ab. Auf Geräten mit einstellbarer Bildschirmhelligkeit wird diese zudem nach einem Neustart hin und wieder auf 50 Prozent gesetzt.

Microsoft: „Wir sind toll“
Zur Windows-Qualitätsdiskussion lieferte Microsoft-Manager Michael Fortin unterdessen einen Blogbeitrag. Er betont einen Rückgang der Kundenbeschwerden seit der Erstverö?ent - lichung von Windows 10 – und dass rund 700 Millionen Windows-10-Geräte nun mal nicht leicht zu handhaben seien. Auf strukturelle Probleme mit Windows 10 geht er nicht ein – etwa, dass Besitzer der Home-Edition seit dreieinhalb Jahren im Grunde Betatester sind, die Microsoft benutzt, um das System für Geschäftskunden hübsch zu machen. Immerhin gesteht er Verbesserungsbedarf ein – etwa beim Auswerten von Berichten über seltene, aber schwerwiegende Fehler und in puncto Transparenz und Kommunikation.

Wenn Sie Remote-Desktop-Verbindungen nutzen, sollten Sie vorerst einen Bogen um Version 1809 machen. Das heißt: In den Update-Einstellungen nicht „Nach Updates suchen“, um von Microsoft nicht für einen Seeker gehalten zu werden. Bei Windows 10 Pro und höher gilt außerdem heute mehr als je zuvor: Stellen Sie die Funktions-Upgrades zurück.

Zum Beispiel so lange, bis Microsoft sich selbst traut, sie ganz ofziell für den BusinessEinsatz freizugeben. Meist ist das rund zwei bis vier Monate nach Release. Das geht in den Einstellungen unter „Update und Sicherheit/Windows Update/Erweiterte Optionen“. Stellen Sie das BranchBereitschaftsniveau von „Semi-Annual Channel (Targeted)“ um auf „Semi-Annual Channel“.

Haben Sie Windows 10 Home, sind Sie in Microsofts Augen Mitglied einer erweiterten Betatestgruppe – es bleibt die Hoffnung, von allzu groben Fehlern verschont bleiben.